Guter Start für Friesland­Campina im Jahr 2024

  • Starke Verbesserung des Betriebsergebnisses von 47 Millionen Euro auf 301 Millionen Euro durch verbesserten Volumen-Mix, weniger teure Bestände, geringeren Unterschied zwischen Preis für Basismolkereiprodukte und Garantiepreis sowie durch Kosteneinsparungen.
  • Kosteneinsparungen in Höhe von 152 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2024 aufgrund der erfolgreichen Umsetzung der Strategie Expedition 2030.
  • Das Nettoergebnis stieg von 183 Millionen Euro gegenüber 8 Millionen im gleichen Vorjahreszeitraum.
  • Solide Leistung bei Wertschöpfungsprodukten. Der Nettoumsatz sank dagegen um 6,7 Prozent auf 6,4 Milliarden Euro, was hauptsächlich auf den niedrigeren Milchpreis und Wechselkursauswirkungen zurückzuführen war. Ohne Wechselkursauswirkungen betrug der Rückgang 2,9 Prozent.
  • Gesunder Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit in Höhe von 397 Millionen Eurogegenüber 90 Millionen im ersten Halbjahr 2023.
  • Der Pro-forma-Milchpreis sank um 3,1 Prozent im Vergleich zum ersten Halbjahr 2023 infolge von des niedrigeren Garantiepreises, teilweise ausgeglichen durch höhere Prämien für Nachhaltigkeitsleistungen.
  • Gute Grundlage gelegt für Barnachzahlung über 2024; keine vorläufige Ausschüttung an Mitglied-Milchviehhalter:innen aufgrund der Volatilität auf dem Weltmilchmarkt und wirtschaftlicher Unsicherheiten.

Der CEO der Royal FrieslandCampina N.V., Jan Derck van Karnebeek, äußerte sich folgendermaßen dazu:

„Im ersten Halbjahr 2024 haben wir hart daran gearbeitet, unsere Ergebnisse mit Hilfe der Ende 2023 eingeführten Strategie Expedition 2030 zu verbessern. Seit Anfang dieses Jahres richtet FrieslandCampina sich mit sieben Business Groups auf spezifische Produkt-Markt-Kombinationen aus. Gemeinsam haben diese Business Groups die Aufgabe, aus der Milch unserer Mitglied-Milchviehhalter:innen optimale Wertschöpfung zu erzielen. Die Business Groups werden dabei von einer gemeinsamen Lieferkettenorganisation, effizienten Unterstützungsabteilungen und einer kleineren Hauptverwaltung unterstützt. Wir haben uns zum Ziel gesetzt, unsere Leistung anhand der drei Dimensionen unseres Leistungsdreiecks zu verbessern: ‚Vorreiterrolle auf dem Markt, Erhöhung der Gewinnspanne und Verbesserung der Liquidität‘. In all diesen Dimensionen haben wir gute Fortschritte erzielt.

Wir sehen, dass die Änderungen, die wir seit Ende 2023 vorgenommen haben, zu einem guten Start des Jahres 2024 geführt haben. In der ersten Jahreshälfte verbesserte sich unser Betriebsergebnis stark aufgrund von Verbesserungen im Volumen-Mix, positiven Entwicklungen unserer Verbrauchermarken in Südostasien und unserer Kindernahrungsmarke Friso in China, dem Wegfall der Auswirkungen teurer Bestände und niedrigeren Kosten. Das ist eine gute Nachricht für unsere Mitglied-Milchviehhalter:innen und unsere Beschäftigten. Außerdem wurden in Malaysia und Indonesien große, neue Produktionsstätten eröffnet, um die künftige Marktnachfrage in der Region zu decken.

Aufgrund der Ungewissheit über das künftige Milchangebot, in den Niederlanden aber auch im Ausland, ist die Aufrechterhaltung der Größenordnung unserer Milchmenge sehr wichtig. Die Genossenschaft hat daher in Zusammenarbeit mit dem Unternehmen ein integrales Programm eingeleitet, um die Genossenschaft für bestehende und neue Mitglieder noch attraktiver zu machen.

FrieslandCampina produziert Molkereiprodukte im Gleichgewicht mit den Menschen und dem Planeten. Das erwarten unsere Kunden, Kundinnen und die Gesellschaft auch von uns. Zu diesem Zweck haben wir im ersten Halbjahr 2024 unsere Nachhaltigkeitsstrategie vollständig in die Strategien unserer Business Groups, Unterstützungsfunktionen und der Genossenschaft integriert. Dies stärkt unser Engagement für Nachhaltigkeit in allen Geschäftseinheiten und auf diese Weise tragen unsere Mitglieder zu den gemeinsamen Nachhaltigkeitszielsetzungen bei.

Abschließend möchte ich gern unseren Beschäftigten für ihre harte Arbeit der vergangenen Monate danken. Ich möchte auch unseren Genossenschaftsmitgliedern und dem Vorstand der Genossenschaft für ihr Vertrauen in die gemeinsame Strategie danken, die darauf abzielt, unseren Mitgliedern einen führenden Milchpreis zu zahlen.“

Nettoumsatz rückläufig, Gewinn und Marge verbessert

Trotz eines leichten Mengenanstiegs bei Wertschöpfungsprodukten, bereinigt um Desinvestitionen,  verzeichneten die Umsatzerlöse einen Rückgang um 6,7 Prozent auf 6,4 Milliarden Euro. Dieser Umsatzrückgang war hauptsächlich auf einen niedrigeren Milchpreis und auf Wechselkursauswirkungen zurückzuführen. Ohne Wechselkursauswirkungen betrug der Rückgang 2,9 Prozent.

Dank Verbesserungen im Volumen-Mix, dem Wegfall der Auswirkungen teurer Bestände und einem deutlich geringeren Unterschied zwischen den Preisen für Basismolkereiprodukte und dem Garantiepreis sowie Kosteneinsparungen im Rahmen der Expedition 2030 verbesserten Gewinn und Marge im ersten Halbjahr 2024.

Das Betriebsergebnis verzeichnete eine starke Verbesserung auf 301 Millionen Euro gegenüber 47 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2023. Höhere Investitionen in Werbung und Verkaufsförderung wurden teilweise durch Kosteneinsparungen ausgeglichen. Höhere Kosten aufgrund von Tarifverträgen wurden durch eine Verringerung des Personalbestands ausgeglichen. Die Zahl der Arbeitsplätze (VZÄ) ging im Laufe des ersten Halbjahrs um 1.146 zurück.

Das Nettoergebnis stieg im ersten Halbjahr 2024 auf 183 Millionen Euro gegenüber 8 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2023.

Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit

Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit belief sich im ersten Halbjahr 2024 auf 397 Millionen Euro gegenüber 90 Millionen Euro im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Das Betriebskapital war aufgrund von Änderungen im Volumen-Mix und des niedrigen Stands Ende 2023 leicht höher.

Rückgang der Milchanlieferung

FrieslandCampina hat im ersten Halbjahr 2024 rund 4,7 Milliarden Kilogramm Mitgliedermilch verarbeitet, was einem Rückgang von 3,2 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres entspricht. Der Rückgang der Milchanlieferung ist größtenteils auf die Mitglied-Milchviehhalter:innen zurückzuführen, die die Austrittsregelung in Anspruch genommen haben, die von der Europäischen Kommission als Bedingung für die Genehmigung des Zusammenschlusses von Friesland Foods und Campina eingeführt wurde und die am 9. November 2023 endete.

Niedrigerer Milchpreis teilweise durch höhere Nachhaltigkeitszahlungen ausgeglichen

(Die genannten Beträge verstehen sich ohne MwSt.) Im ersten Halbjahr 2024 wies der Garantiepreis im Vergleich zu Ende 2023 einen leichten Aufwärtstrend auf und erreichte 46,53 Euro je 100 Kilogramm Erzeugermilch, 6,9 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Dieser Rückgang wurde teilweise durch höhere Nachhaltigkeitszahlungen ausgeglichen. Einschließlich einer Verrechnung von 0,21 Euro pro 100 Kilogramm Milch über 2023 stieg der Foqus-Planetzuschlag für „Nachhaltige Entwicklung“ auf 1,63 Euro pro 100 Kilogramm Milch, gegenüber 1,13 Euro pro 100 Kilogramm Milch im Vorjahreszeitraum. Insgesamt sank der durchschnittliche Milchpreis im ersten Halbjahr 2024 um 3,1 Prozent auf 50,09 Euro je 100 Kilogramm Milch gegenüber 51,70 Euro je 100 Kilogramm Milch im ersten Halbjahr 2023.

Vorläufige Ausschüttung der Pro-Forma-Barnachzahlung

Infolge der Reservierungspolitik kann eine vorläufige Ausschüttung geleistet werden, berechnet nach den Ergebnissen des ersten Halbjahres von FrieslandCampina und der gelieferten Milchmenge. Die vorläufige Ausschüttung entspricht 75 Prozent der Pro-forma-Barnachzahlung über dem Wert der in der ersten Jahreshälfte gelieferten Milchmenge. Im ersten Halbjahr 2024 wurde eine gute Grundlage für eine Barnachzahlung über das ganze Jahr gelegt. Auf Basis der Ergebnisse des ersten Halbjahres wurde ein Betrag von 61 Millionen Euro für die Pro-Forma-Barnachzahlung für 2024 angesammelt. Aufgrund der Volatilität auf dem Weltmilchmarkt und der möglichen Auswirkungen wirtschaftlicher Entwicklungen auf die Ergebnisse wurde jedoch aus Vorsicht beschlossen, keine vorläufige Aufschüttung an die Mitglied-Milchviehhalter:innen zu leisten

Unternehmen

Im ersten Halbjahr 2024 hat FrieslandCampina bei der Optimierung der Organisation im Rahmen der Expedition 2030 beträchtliche Fortschritte erzielt. Die Zahl der Vollzeitäquivalente (VZÄ) wurde im Vergleich zu 2023 um 1.146 reduziert. Dies führte zusammen mit anderen Kosteneinsparungen, wie z. B. effizienterer Produktion, verbesserter Beschaffung von Rohstoffen und Verpackungsmaterial sowie weniger Verschwendung in der Lieferkette, zu Einsparungen in Höhe von 152 Millionen Euro, womit die Inflation teilweise ausgeglichen wurde.

Nachhaltigkeit

Zur Verwirklichung seiner Nachhaltigkeitszielsetzungen arbeitet das Unternehmen eng mit der Genossenschaft zusammen und konzentriert sich dabei auch auf Wertschöpfung am Markt durch weitere Verstärkung der Nachhaltigkeit. Dies steht im Einklang mit der integralen Nachhaltigkeitsstrategie von FrieslandCampina, die ausgerichtet ist auf gute Lebensmittel, die im Gleichgewicht mit den Menschen und dem Planeten produziert werden.

FrieslandCampina hat sich zum Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2050 netto klimaneutral zu wirtschaften und netto positive Auswirkungen auf die Natur auszuüben – ein Streben im Rahmen der breiteren Nachhaltigkeitsstrategie des Unternehmens. Über Prämien für besondere Milchströme und das Programm ‚Foqus planet Nachhaltige Entwicklung‘ belohnt FrieslandCampina die Mitglied-Milchviehhalter:innen  für Ergebnisse in den Bereichen Tiergesundheit und Tierwohl, Klima, Biodiversität und Weidegang. Im vergangenen Jahr wurde ein neues System eingeführt, und die ersten Prämien nach diesem System wurden im Juni 2024 ausgezahlt. Die Mitglieder erhielten dadurch für ihre Nachhaltigkeitsleistungen im Jahr 2023 insgesamt 245 Millionen Euro an Prämien.

Die Senkung der CO₂-Bilanz in den Milchviehbetrieben der Mitglieder ist Teil des Klimaplans von FrieslandCampina. Ziel ist es, den CO2-Äquivalent-Ausstoß aus der Milcherzeugung in den Betrieben der Mitglied-Milchviehhalter:innen (Scope 3 – Mitgliedermilch) bis 2030 um 33 Prozent gegenüber 2015 zu senken. Im ersten Halbjahr 2024 wurden die Daten des Kreislaufleitfadens für 2023 analysiert. Diese Daten belegen, dass die CO2-Bilanz der Mitglied-Milchviehbetriebe im Jahr 2023 gegenüber 2015 um 28 Prozent gesunken ist. Weitere Informationen über die 2023 erzielten Fortschritte in Bezug auf den Klimaplan finden Sie in dem kürzlich veröffentlichten Datenblatt.

Aussichten

FrieslandCampina erwartet auch im zweiten Halbjahr 2024 mit wirtschaftlichen Unsicherheiten konfrontiert, so wie es auch bereits im ersten Halbjahr der Fall war. Die Preise für Basismolkereiprodukte bleiben volatil, und es wird erwartet, dass die Inflation steigen wird. FrieslandCampina wird in der zweiten Jahreshälfte 2024 seine Marketinganstrengungen weiter erhöhen, um die Marktpositionen zu stärken. Die Optimierung der Produktionsprozesse und der Milchverarbeitungskapazität wird im Rahmen der Strategie Expedition 2030 fortgesetzt. Angesichts der derzeitigen Unsicherheiten und Marktbedingungen gibt FrieslandCampina keine Ergebnisprognose für das zweite Halbjahr ab.