
- Das Betriebsergebnis nach Abzug der Barnachzahlung stieg auf 527 Millionen Euro gegenüber 75 Millionen Euro im Jahr 2023.
- Das Nettoergebnis stieg auf 321 Millionen Euro, verglichen mit einem Verlust von 149 Millionen Euro im Jahr 2023.
- Die Umsatzerlöse sanken infolge ungünstiger Währungsumrechnungsdifferenzen um 1,1 Prozent auf 12,9 Milliarden Euro. Ohne Wechselkursauswirkungen stieg der Umsatz um 1,3 Prozent.
- Positiver Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit in Höhe von 900 Millionen Euro gegenüber 831 Millionen Euro im Jahr 2023.
- Kosteneinsparungen in Höhe von 315 Millionen Euro, davon 222 Millionen Euro in der Produktionsorganisation, die teilweise zum Ausgleich der Inflation dienten.
- Die Gesamtvergütung an Mitglied-Milchviehhalter:innen stieg um 5,5 Prozent auf 4,8 Milliarden Euro. Durchschnittlicher Milchpreis von 52,95 Euro pro 100 Kilogramm Milch, einschließlich einer Barnachzahlung von 1,21 Euro.
- Die Milchanlieferung sank um 3,4 Prozent auf 9,1 Milliarden Kilogramm, hauptsächlich aufgrund ungünstiger Witterungsbedingungen und der Beendigung von Milchviehbetrieben.
- Die Treibhausgasemissionen der Mitglied-Milchviehbetriebe sanken um 853 kt CO₂-eq, ein Rückgang um 9,8 Prozent gegenüber 2023.
- Die FLAG- und Nicht-FLAG-Ziele für 2030 wurden von der Science Based Targets Initiative (SBTi) validiert und entsprachen dem Streben nach einer maximalen Erwärmung um 1,5 °C gemäß der Vereinbarung des Pariser Klimaabkommens.
- Inbetriebnahme großer neuer Produktionsanlagen in Malaysia und Indonesien zur Bewältigung künftigen Wachstums sowie weitere Optimierung des weltweiten Produktionsnetzwerks.
- Ankündigung der beabsichtigten Fusion mit Milcobel, ein wichtiger strategischer Schritt für beide Genossenschaften.
Der CEO der Royal FrieslandCampina N.V., Jan Derck van Karnebeek, äußerte sich folgendermaßen dazu:
„Das Jahr 2024 war für FrieslandCampina ein Jahr der Transformation, geprägt von der Durchführung der Expedition 2030 und eines neuen Organisationsmodells mit sieben Business Groups, unterstützt von einer weltweiten Produktionsorganisation und effizienten unterstützenden Dienstleistungen.
Das gute Betriebsergebnis hat FrieslandCampina Jahr 2024 einen großen Schritt vorwärtsgebracht; dies ist insbesondere auf die verbesserte Leistung unserer Business Groups, Einsparungen in der Produktionsorganisation und unterstützenden Abteilungen sowie günstige Marktentwicklungen wie höhere Preise für Basismolkereiprodukte zurückzuführen. Am stolzesten bin ich jedoch auf das Engagement und die gute Zusammenarbeit unserer Beschäftigten. Ihrem Engagement ist es zu verdanken, dass wir unseren Mitglied-Milchviehhalterinnen und ‑Milchviehhaltern zusätzlich eine Barnachzahlung von 1,21 Euro pro 100 Kilogramm Milch zahlen können – ein schönes Ergebnis all der harten Arbeit von allen.
Ein gesunder Cashflow ermöglichte uns überdies Investitionen in die Zukunft unserer Produktionsanlagen und die weitere Optimierung der Nachhaltigkeit von FrieslandCampina. Gute Einkünfte sind für unsere Mitglieder entscheidend, um ihre Milchviehbetriebe zukunftssicher und noch nachhaltiger zu gestalten. Im Jahr 2024 haben wir unseren Mitgliedern einen Rekordbetrag von 245 Millionen Euro an Nachhaltigkeitsprämien ausgeschüttet.
Ferner ist es uns gelungen, neue Genossenschaftsmitglieder zu werben. Auf dem aktuellen Milchmarkt ist das für die Zukunft unserer Genossenschaft und unseres Unternehmens von Bedeutung. Die beabsichtigte Fusion von FrieslandCampina mit Milcobel, die voraussichtlich Ende 2025 abgeschlossen sein wird, passt genau in dieses strategische Bild.
Ich bin dankbar für das, was wir im vergangenen Jahr gemeinsam erreicht haben. Die Ergebnisse des Jahres 2024 beweisen, dass wir auf dem richtigen Weg sind, und wir werden auch 2025 und darüber hinaus hart arbeiten, um ein zukunftssicheres und erfolgreiches FrieslandCampina für die Mitglieder, Beschäftigten und alle anderen Beteiligten dieser schönen Genossenschaft aufzubauen.“
Umsatzerlöse aufgrund ungünstiger Wechselkursauswirkungen leicht rückläufig
Im Jahr 2024 sanken die Umsatzerlöse von FrieslandCampina infolge von Wechselkursauswirkungen um 1,1 Prozent auf 12,9 Milliarden Euro gegenüber 13,1 Milliarden Euro 2023. Ohne diese Wechselkursauswirkungen wären die Umsatzerlöse um 1,3 Prozent auf 13,2 Milliarden Euro gestiegen.
Starker Anstieg von Betriebsergebnis und Nettoergebnis
Das Betriebsergebnis von FrieslandCampina nach Abzug der Barnachzahlung stieg stark von 75 Millionen Euro 2023 auf 527 Millionen Euro 2024. Dieser starke Anstieg resultierte aus einem verbesserten Volumen-Mix, dem Wachstum bei Verbrauchermarken in Südostasien und Friso-Kindernahrung in China, dem Wegfall der Kostenauswirkungen teurer Bestände sowie höheren Preisen für Basismolkereiprodukte in Verbindung mit einer positiven Differenz zwischen diesen Preisen für Basismolkereiprodukte und dem Garantiepreis für konventionelle Erzeugermilch. Im Jahr 2024 wurde die Zahl der Vollzeitäquivalente (VZÄ) im Vergleich zu 2023 um fast 1.400 reduziert. FrieslandCampina sparte 315 Millionen Euro durch die Expedition 2030 und Performance+, einem Programm, mit dem in der Produktionsorganisation bedeutende Schritte zur Verbesserung der Prozesse und zur Kostensenkung unternommen wurden. Die Produktionsorganisation erzielte Einsparungen in Höhe von 222 Millionen Euro. Ein Teil der Einsparungen diente zum Ausgleich der Inflation. Im Jahr 2024 erzielte FrieslandCampina ein Nettoergebnis von 321 Millionen Euro im Vergleich zu einem Verlust von 149 Millionen Euro im Jahr 2023.
Entwicklungen der Business Groups
Die Business Groups Specialised Nutrition und Asia erzielten 2024 ausgezeichnete Betriebsergebnisse insbesondere durch Friso Kindernahrung in China bzw. Verbraucherprodukten in Südostasien. Die Business Groups Retail & Americas und Professional & Trading erholten sich nach einem schwierigen Jahr 2023. Retail & Americas hat eine neue Strategie implementiert, die erste positive Ergebnisse liefert. Dank einer starken zweiten Jahreshälfte konnte Ingredients sein Betriebsergebnis verbessern. Das Betriebsergebnis der Business Group Middle East, Pakistan & Africa wurde durch Wechselkursauswirkungen in Nigeria und die Einführung der Mehrwertsteuer in Pakistan negativ beeinflusst. Trotz eines geringeren Betriebsergebnisses verliefen die Leistungen der Business Group Europe unter herausfordernden Marktbedingungen mit stabilen Mengen planmäßig. Die beiden letzteren Business Groups verstärkten die Marktpositionen ihrer strategischen Marken durch einen gezielten Marketingansatz.
Positiver Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit
Der Netto-Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit belief sich im Jahr 2024 auf 900 Millionen Euro, eine Zunahme gegenüber den 831 Millionen Euro im Jahr 2023. Dieser Anstieg war hauptsächlich auf das verbesserte Betriebsergebnis und die bessere Kontrolle des Betriebskapitals zurückzuführen. Ultimo 2024 betrug die Nettoverbindlichkeit 270 Millionen Euro, das ist ein Rückgang um 365 Millionen Euro gegenüber dem Ultimo 2023.
Gute Fortschritte für Lebensmittel, Menschen und den Planeten durch Nachhaltigkeitsstrategie
Im Jahr 2024 fasste FrieslandCampina alle Aktivitäten im Bereich der Nachhaltigkeit in einer übergreifenden Nachhaltigkeitsstrategie zusammen, die sich auf drei Säulen stützt: Lebensmittel, Menschen und den Planeten.
Im Bereich der Lebensmittel entsprachen 76 Prozent (2023: 75 Prozent) der verkauften Verbraucherprodukte den Global Nutritional Standards von FrieslandCampina, und das Unternehmen verbesserte seine Position im führenden ATNi Global Index vom dritten auf den zweiten Platz, was die starke Fokussierung auf Gesundheit und Nährwerte unterstreicht. Im Rahmen der Säule Menschen unterstützte FrieslandCampina 63.126 lokale Milchviehhalter:innen in Dairy-Development-Ländern mit Schulungen zur Verbesserung ihrer Milchproduktion und Verstärkung der Nachhaltigkeit. Der Anteil von Frauen in Führungspositionen blieb gegenüber 2023 unverändert (29 Prozent).
Bei der Säule Planet verlief die Umsetzung des Klimaplans 2030 planmäßig: die Treibhausgasemissionen auf den Mitglied-Milchviehbetrieben verringerten sich um 853 kt CO2-eq, was einer Senkung um 9,8 Prozent gegenüber 2023 entspricht. FrieslandCampina ging neue Partnerschaften mit großen internationalen Kunden wie Mars und Danone ein; dies diente zur Unterstützung und finanziellen Vergütung der Milchviehhalter:innen im Hinblick auf eine beschleunigte Senkung der Treibhausgasemissionen. Auch mit mehreren Lieferanten wurden Vereinbarungen zur Senkung ihrer Treibhausgasemissionen getroffen. Darüber hinaus wurden die FLAG- (Forest, Land and Agriculture, d.h. Forst-, Land- und Agrarwirtschaft) und Nicht-FLAG-Ziele der Klimazielsetzung von FrieslandCampina für 2030 von der Science Based Targets Initiative (SBTi) validiert. Damit entspricht die gesamte Klimazielsetzung für 2030 dem Streben nach einer maximalen Erwärmung um 1,5 °C gemäß der Vereinbarung des Pariser Klimaabkommens. Der Anteil recycelbarer Verpackungen stieg im Jahr 2024 auf 92 Prozent (2023: 91 Prozent).
Weniger Milch, höhere Vergütung für Mitglied-Milchviehhalter:innen
Die Gesamtmenge der angelieferten Mitgliedermilch sank um 3,4 Prozent, von 9.369 Millionen Kilogramm im Jahr 2023 auf 9.050 Millionen Kilogramm im Jahr 2024. Der Rückgang war überwiegend auf die Verringerung der Zahl der Mitglied-Milchviehbetriebe von 9.417 auf 9.001 zurückzuführen. Der Grund hierfür waren unter anderem Milchviehhalter:innen, die aufgehört haben, beispielsweise aufgrund mangelnder Hofnachfolge, sowie der Austritt von Mitgliedern durch die DMF-Regelung, die 2023 endete und in deren Rahmen die letzten Milchviehhalter:innen zum 1. Januar 2024 austraten. Eine positive Entwicklung ist, dass der Zustrom neuer Mitglieder im Jahr 2024 wieder zugenommen hat.
Trotz des Rückgangs der Gesamtmenge der insgesamt angelieferten Mitgliedermilch stieg die Gesamtvergütung der Mitglied-Milchviehhalter:innen für die angelieferte Milch um 5,5 Prozent, von 4.521 Millionen Euro im Jahr 2023 auf 4.769 Millionen im Jahr 2024. Dies war auf einen höheren Garantiepreis, eine höhere Foqus-planet-Prämie und die Barnachzahlung zurückzuführen.
Höherer Milchpreis
FrieslandCampina strebt einen führenden Milchpreis für ihre Mitglied-Milchviehhalter:innen an. Der Milchpreis stieg um 10,1 Prozent von 48,08 Euro im Jahr 2023 auf 52,95 Euro pro 100 Kilogramm Milch im Jahr 2024. Ermöglicht wurde dies durch einen höheren Garantiepreis von 49,48 Euro (2023: 46,26 Euro), eine höhere Foqus-planet-Prämie von 1,65 Euro (2023: 1,21 Euro) und eine Barnachzahlung von 1,21 Euro (2023: 0,00 Euro). Der Anstieg des Garantiepreises war die Folge höherer Milchpreise der Referenzunternehmen.
Barnachzahlung für Mitglied-Milchviehhalter:innen
Die Rücklagenpolitik 2023-2025 besagt, dass 60 Prozent des Nettogewinns der Kapitalrücklage zugeführt werden, während 40 Prozent den Mitglied-Milchviehhaltern/-Milchviehhalterinnen als Barnachzahlung ausgeschüttet werden können. Aufgrund des höheren Betriebsergebnisses im Jahr 2024 wurden 1,82 Euro (2023: -3,22 Euro) je 100 Kilogramm Milch der Gewinnrücklage zugeführt und die Mitglied-Milchviehhalter:innen erhielten eine Barnachzahlung in Höhe von 1,21 Euro (2023: 0,00 Euro) je 100 Kilogramm Milch.
Aussichten
FrieslandCampina erwartet für 2025 anhaltende Inflation. Dank der Programme Expedition 2030 und Performance+ werden für 2025 weitere 100 bis 150 Millionen Euro an Kosteneinsparungen erwartet, die zum Ausgleich der Inflation, zur Förderung von Wachstum und zur Unterstützung der Rentabilität des Unternehmens eingesetzt werden sollen. FrieslandCampina erwartet nicht, dass sich die im Vergleich zum Garantiepreis höheren Preise für Basismolkereiprodukte am Markt und die positive Auswirkung der Bestände, die 2024 zu dem besseren Ergebnis beigetragen haben, im Jahr 2025 wiederholen werden. Da 2024 große Projekte abgeschlossen wurden, werden die Investitionen 2025 etwas niedriger ausfallen. Abschließend strebt FrieslandCampina an, die beabsichtigte Fusion mit Milcobel vor Ende 2025 zu vollenden, nachdem die Anteilseigner:innen, der Mitgliederrat und die Kartellbehörden zugestimmt haben.