Erneuerbare Energie

 

Energiesparen bei der Milchverarbeitung
Die Verwendung von fossiler Energie (Erdgas und Öl) führt zum Ausstoß von CO2 (Kohlendioxid). Dieses CO2 verursacht den Treibhauseffekt, durch den sich die Erde erwärmt. Dies hat viele negative Folgen. Deshalb arbeiten wir als FrieslandCampina aktiv daran, den Energiebedarf in der gesamten Milchkette zu reduzieren. Wir haben in den vergangenen Jahren bereits viel erreicht.
 Die Molkereiindustrie in den Niederlanden hat zwischen 1990 und 2005 ca. 20 Prozent Energie eingespart. Beispielsweise durch Anpassungen der Prozesse wie den Einsatz von energiesparenden Maschinen und eine bessere Wiederverwendung von Warmwasser. Auch zwischen 2005 und 2008 wurde viel daran gearbeitet, an unseren Produktionsstandorten Energie zu sparen. Unter anderem durch eine effizientere Reinigung unserer Maschinen und die energiesparende Einstellung unserer Kühlanlagen. Die Produktionsstandorte in Belgien und in Deutschland berücksichtigen den Energieverbrauch auch bei der Anschaffung neuer Maschinen. Doch bei all diesen Maßnahmen belassen wir es nicht: Neue Initiativen helfen, den Energieverbrauch noch weiter zu reduzieren. Ein gutes Beispiel hierfür ist die Verwendung der nachhaltigen Energie, die unsere Mitglied-Milchviehhalter auf ihren Bauernhöfen selbst erzeugen.

Derzeit werden sieben Prozent der elektrischen Energie, die FrieslandCampina verbraucht, nachhaltig produziert. Das bedeutet, dass kein Gas, Öl oder Kohle bei der Produktion dieser Energie genutzt werden. Im Jahr 2010 werden wir den Anteil der nachhaltigen Energie an unserem Energieverbrauch auf 15 Prozent erhöhen.

Der primäre Sektor (über LTO) und die Milch verarbeitende Industrie haben Vereinbarungen mit der niederländischen Regierung getroffen, in denen sie Zielsetzungen für die Energieeinsparung und die Produktion von nachhaltiger Energie festgelegt haben (das Abkommen 'Schone en zuinige agrosectoren' – Saubere und sparsame Landwirtschaftssektoren).

Grüne Energie von den eigenen Milchviehhaltern
Entsprechend unserer Vision in Bezug auf nachhaltige Energie werden wir ab 1. Januar 2010 die folgenden konkreten Schritte unternehmen:
Gemeinsam mit Gasunie und regionalen Gasnetzbetreibern in den Niederlanden möchten wir Möglichkeiten für die Mitglied-Milchviehhalter schaffen, ihr selbst produziertes Gas ins Gasnetz zu liefern. In den vergangenen Jahren wurden Gespräche mit Gasunie geführt, um dies realisieren zu können. Im Juli 2009 wurde Vertogas gegründet. Dieses Unternehmen sorgt dafür, dass die Hersteller von Biogas an das öffentliche Gasnetz angeschlossen werden können. Vertogas legt die Anforderungen fest, die das einzuspeisende Gas erfüllen muss und stellt die Zertifikate aus, die beweisen, dass Biogas geliefert wurde.  
Wenn Milchviehhalter grünes Gas in der Nähe eines Produktionsstandorts von FrieslandCampina erzeugen und ausreichender Bedarf besteht, sind wir bereit, an diesem Standort  Brenner entsprechend umzubauen. Die Brenner werden dann für das grüne Gas angepasst, das die Viehhalter direkt an den Produktionsstandort liefern. Wir nehmen dieses Gas zu marktgebundenen Preisen ab. Derzeit führen wir - gemeinsam mit diversen Partnern - Gespräche mit der Regierung, damit all dies entsprechend in die bestehenden Subventionsregelungen aufgenommen wird.
Mitglied-Milchviehhalter, die Grünzertifikate für die Lieferung von grünem Gas erhalten, können diese zu marktgebundenen Preisen an FrieslandCampina verkaufen. Dies gilt auch für Grünzertifikate, die sie für grünen Strom erhalten (Wind- und Sonnenenergie). FrieslandCampina hat hierfür den ersten Schritt gemacht, indem es die Grünzertifikate von De Marke gekauft hat. Der erste Milchviehhalter mit einem Anschluss an das öffentliche Gasnetz.
Für die Mitglied-Milchviehhalter wird es einen gemeinsamen Ansprechpartner bei FrieslandCampina für grüne Energie geben.

Vorteile für die Mitglied-Milchviehhalter
Die Mitglied-Milchviehhalter kostet es viel Zeit und Mühe, sich die nötigen Kenntnisse über den Markt für nachhaltige Energie zu verschaffen. Mit den Schritten auf dem Gebiet der grünen Energie, die von unseren Mitglied-Milchviehhaltern erzeugt wird, schaffen wir Klarheit und Struktur für unsere Mitglied-Milchviehhalter. Der Absatz der von ihnen produzierten Energie an ihr eigenes genossenschaftliches Molkereiunternehmen ist zu einem marktbezogenen Preis gesichert, und sie müssen sich nicht selbst an den Markt für grüne Energie begeben. . Sie können sich mit ihren Fragen und Anmerkungen an einen gemeinsamen Ansprechpartner wenden. Auf diese Weise tragen die Mitglied-Milchviehhalter selbst dazu bei, dass die Milchproduktion nachhaltiger wird.


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Energieverbrauch
Unsere Mitglied-Milchviehhalter produzieren viel Milch, und somit verarbeiten wir als FrieslandCampina viel Milch. In absoluten Mengen gerechnet, wird also viel Energie benötigt, um diese Milch produzieren und verarbeiten zu können. In den Niederlanden verbrauchen die Molkereiindustrie und die Milchviehhalter 26,3 PJ pro Jahr. Sieben Prozent der Energie, die FrieslandCampina im Jahr 2008 in den Niederlanden verbraucht hat, waren nachhaltig erzeugt. Im Jahr 2010 werden wir diesen Anteil auf 15 Prozent erhöhen. 

Produktion nachhaltiger gestalten
Als FrieslandCampina möchten wir zu einer Verbesserung der Nachhaltigkeit in der Produktion von Molkereiprodukten beitragen. Aber eine Voraussetzung muss natürlich sein, dass wir weiterhin wirtschaftlich rentabel arbeiten, denn nur dann können wir in diesen Nachhaltigkeitsprozess investieren.
An vielen unserer Produktionsstandorte arbeiten wir inzwischen mit Umweltschutzsystemen, die uns helfen, strukturiert und zielgerichtet an der Verbesserung der Energieeffizienz zu arbeiten.

Bei der Verbesserung der Nachhaltigkeit in der Produktion von Molkereiprodukten spielt auch die Milchviehhaltung eine wichtige Rolle. Sie ist für 67 Prozent des Ausstoßes von Treibhausgasen in der Milchkette verantwortlich. Dieser wird vor allem durch das Methan aus dem Pansen der Kuh und das Lachgas, das durch den Kunstdünger entsteht, verursacht. Weitere 17 Prozent entfallen auf die Produktion des Viehfutters. Die Verarbeitung von Milch (also quasi der Weg vom Bauernhof bis zum Kühlschrank) verursacht den Rest des Ausstoßes: 16 Prozent.

Vision von FrieslandCampina
FrieslandCampina ergreift so viele Maßnahmen wie möglich, um mehr Nachhaltigkeit in der Produktion von Molkereiprodukten zu garantieren. Die Verarbeitung und der Absatz von Mitgliedermilch und die Vermarktung von Molkereiprodukten und Ingredienzen genießen dabei oberste Priorität.

Im Rahmen der Maßnahmen zum Schutz der Umwelt ist die Reduzierung des Ausstoßes von Treibhausgasen am wichtigsten. Es geht dabei um das Kohlenstoffdioxid, das bei der Verbrennung von fossilen Brennstoffen an den Produktionsstandorten frei wird. Und auch um die Treibhausgase, die bei der Produktion der benötigten Elektrizität frei werden. Doch auch die Menge des Methans, das die Kühe abgeben, wenn sie Gras verdauen, lässt sich reduzieren.

Wir haben deshalb vereinbart, nachhaltiger zu werden. Im Jahr 2020 möchte FrieslandCampina einhundert Prozent nachhaltige Energie verwenden. Vorzugsweise Energie, die in unserem eigenen Sektor und von unseren eigenen Mitgliedern erzeugt wird. Denn auch unsere Mitglieder verstehen, dass der Molkereisektor nachhaltiger produzieren muss. Schon jetzt haben einige Viehhalter die Initiative ergriffen: Energieerzeugung auf dem Bauernhof. Durch die Vergärung von Dünger (grünes Gas), Windmühlen und Sonnenpaneele (grüner Strom) werden Bauern zu Energieerzeugern.
Viele dieser Initiativen befinden sich in der Pionierphase. Erst in einigen Jahren wird deutlich, ob diese Art der Energieerzeugung auch wirklich eine Perspektive hat. Und ob sie eine Perspektive für die Umwelt und für die wirtschaftliche Rendite aller Beteiligten bietet.

Absprachen der Molkereiindustrie und des primären Sektors
In den Niederlanden haben FrieslandCampina und die anderen Molkereiunternehmen, die in der Nederlandse Zuivel Organisatie (NZO) zusammengeschlossen sind, Absprachen über eine Verbesserung der Energieeffizienz getroffen. Innerhalb der Milchkette sollen zwischen 2005 und 2020 zwei Prozent Energie pro Jahr eingespart werden. Anderthalb Prozent an den Produktionsstandorten und ein halbes Prozent innerhalb der Kette.
Im Jahr 2020 soll dann die gesamte Energie, die eingekauft wird, nachhaltig erzeugt sein; die Milchkette ist dann energieneutral.

Auch der Rest des primären Sektors strebt eine nachhaltigere Produktion an. In dem Abkommen 'Schone en Zuinige Agrosektoren' (Saubere und sparsame Landwirtschaftssektoren) wurden für das Jahr 2020 die folgenden Absprachen festgelegt:

  • Zwei Prozent Energieeinsparung pro Jahr.
  • Mindestens 20 Prozent der verbrauchten Energie müssen nachhaltig erzeugt sein.
  • 65 Petajoule nachhaltig erzeugte Energie pro Jahr, davon 48 PJ Biogas, das durch Vergärung von Dünger gewonnen wird.
  • Niedrigster Ausstoß von Methan und N2O pro Liter Milch in der Europäischen Union.
  • Fünf Prozent Reduzierung des Methanausstoßes pro Kuh zwischen 2007 und 2020.


 

 

Milch heute
Der Nährwert von Milch ist ein besonderer. Es gibt nur wenig Nahrungsmittel, die so viele verschiedene, wichtige Nährstoffe enthalten wie Milch. Deshalb leistet Milch einen wichtigen Beitrag zu der Zufuhr vieler Nährstoffe und passt Milch in eine verantwortungsbewusste Ernährung.
Für die Produktion von Milch wird viel Energie benötigt, sowohl auf dem Bauernhof als auch bei der Verarbeitung der Milch zu Molkereiprodukten. Pro Kilo Produkt ist der Energieverbrauch höher als bei vielen anderen Nahrungsmitteln, doch dem steht gegenüber, dass Molkereiprodukte auf effiziente Weise eine gute Menge an wertvollen Nährstoffen zuführen.

Derzeitiger Energieverbrauch und Ausstoß in der Milchkette
Die meiste Energie wird für die Produktion von Viehfutter und für die Verarbeitung der Milch verbraucht, nämlich 33 bzw. 28 Prozent. Vor allem die Herstellung von Pulver ist ein energieeffizienter Prozess, ebenso die Produktion von Kraftfutter. Dies zeigt sich auch beim Ausstoß von Treibhausgasen.

Auch auf den Bauernhöfen wird viel Energie verbraucht: 14 Prozent. Diese Energie wird z. B. für die Melkanlage und die Kühlung benötigt. Der Rest der Energie entfällt auf die Kühlung während des Transports und auf die Lagerung im Einzelhandel sowie beim Verbraucher zu Hause.

Regierungspolitik
Die Europäische Union will den Ausstoß von CO2 in den Mitgliedstaaten reduzieren. Unter anderem, indem sie die Unternehmen weniger Energie verbrauchen lässt. Ebenso wie FrieslandCampina wünscht auch die Europäische Union, dass die Energie, die dennoch benötigt wird, nachhaltig erzeugt wird. Die europäische Zielsetzung ist 20/20/20 bis 2020: 20 Prozent weniger CO2-Ausstoß, 20 Prozent Energieeinsparung und 20 Prozent der verbrauchten Energie nachhaltig erzeugt. Von 2005 bis 20020 sollen jedes Jahr zwei Prozent weniger Energie verbraucht werden.

Milch in der Zukunft
Die Milchviehhaltung befindet sich intensiv in Bewegung. Durch die Erweiterung der Milchquote kann mehr Milch produziert werden. Die Viehhalter halten mehr Kühe, und diese sorgen für mehr Milch und mehr Ausstoß von Treibhausgasen. Als Molkereisektor werden wir unser Energiepolitik deshalb weiterhin und fortwährend aktiv anpassen müssen, um dafür zu sorgen, dass die Kette nachhaltig bleibt.


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