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Erste Jahreshälfte: Höherer Umsatz und Nettogewinn

Gutes erstes Halbjahr 2010 für FrieslandCampina

Amersfoort, die Niederlande - Royal FrieslandCampina N.V. hat die erste Jahreshälfte 2010 gut hinter sich gebracht. Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2009 stieg der Nettoumsatz um 5,5 Prozent auf 4,3 Milliarden Euro. Der Gewinn verdoppelte sich auf 156 Millionen Euro. Vor allem die Verkäufe von Basis- und Spezialzutaten an die Nahrungsmittelindustrie sowie von Verbraucherprodukten in Asien und Afrika trugen mit zu diesem positiven Ergebnis bei. Marken wie Frisian Flag (Indonesien), Peak (Nigeria), Foremost (Thailand) und Friso (Baby- und Kindernahrung) liefen besonders gut. Im Bereich Käse wiesen die Marken Noord-Hollandse und Milner einen deutlichen Anstieg auf. Der Garantiepreis, den die Mitglieder Milchviehhalter für die an FrieslandCampina gelieferte Milch erhalten, stieg um 16 Prozent auf 30,25 Euro pro 100 kg Milch. Der Leistungszuschlag sollte sich auf der Grundlage des ersten Halbjahres auf 1,33 Euro pro 100 kg Milch belaufen. Damit beträgt der Pro-forma-Milchpreis (Garantiepreis plus Leistungszuschlag) 31,58 Euro pro 100 kg Milch.

Hauptpunkte im ersten Halbjahr 2010

  • Die Nettoerlöse stiegen um 5,5 Prozent auf 4,3 Milliarden Euro (erstes Halbjahr 2009: 4,1 Milliarden Euro) durch bessere Verkaufsergebnisse bei Verbraucherprodukten in Asien und Afrika sowie von Spezialzutaten. Auch die Preissteigerung bei Produkten wie Folienkäse, Milchpulver und Caseinate (Milcheiweiße) trug mit dazu bei.
  • Währungsentwicklungen hatten per saldo einen positiven Effekt auf den Umsatz in Höhe von 51 Million Euro.
  • Das Betriebsergebnis konnte sich auf 238 Millionen Euro mehr als verdoppeln (erstes Halbjahr 2009: 110 Millionen Euro). 
  • Der Gewinn verdoppelte sich auf 156 Millionen Euro (erstes Halbjahr 2009: 78 Millionen Euro) durch Vergrößerung der Gewinnspanne sowie durch Volumenwachstum.
  • Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit sinkt auf 49 Millionen Euro (erstes Halbjahr 2009: 269 Millionen Euro) infolge der Zunahme des Betriebskapitals durch höhere Preise. 
  • Die Solvenz (Konzernkapital als Prozentsatz der Bilanzsumme) steigt auf 37,2 Prozent (Ende 2009: 36,7 Prozent) infolge der Aufstockung des Eigenkapitals.
  • Der Pro-forma-Leistungszuschlag vervierfacht sich nahezu auf 1,33 Euro pro 100 kg Milch zzgl. MwSt. (erstes Halbjahr 2009: 0,34 Euro pro 100 kg Milch) 
  • Der Pro-forma-Milchpreis (Garantiepreis plus Leistungszuschlag) nimmt um 19,7 Prozent zu auf 31,58 Euro pro 100 kg Milch (erstes Halbjahr 2009: 26,38 Euro pro 100 kg Milch)


Zufrieden mit dem ersten Halbjahr
Cees ’t Hart, Chief Executive Officer von Royal FrieslandCampina, ist mit der Ergebnisentwicklung in der ersten Jahreshälfte 2010 zufrieden. ’t Hart dazu: „Wir sind gut im Geschäft. Zudem ist die beträchtliche Verbesserung des Gewinns auch der konkrete Beweis für den Erfolg der Fusion. Als fusioniertes Unternehmen können wir besser und vor allem effektiver auf die Marktentwicklungen eingehen. Die Umsetzung unserer Synergieziele läuft bisher besser als geplant. In Asien und Afrika verläuft die Volumenentwicklung gut. Vor allem in Asien konnten wir von der Erholung der Wirtschaftslage profitieren und wir konnten erreichen, dass sich die Preiserhöhungen bei den Rohstoffen gut in unseren Verkaufspreisen widerspiegeln. Der niedrigere Kurs des Euro im Vergleich zu vielen Landeswährungen und zum Dollar wirkt sich günstig aus. Durch die weltweit positive Entwicklung der Nachfrage nach Molkereiprodukten und durch das leicht zurückgegangene Milchangebot haben sich die Preisniveaus für Produkte wie Milchpulver und Folienkäse im Vergleich zum schlechten Jahr 2009 gut erholt. Das zeigt sich auch bei den Ergebnisverbesserungen der Geschäftsbereiche Ingredients und Cheese & Butter, wobei Ingredients jetzt ein positives Betriebsergebnis und Cheese & Butter ein weniger negatives Ergebnis erzielt haben. Die Entwicklung der Verbraucheraktivitäten in Europa ist jedoch enttäuschend. In dieser Region stehen die Umsatz- und Ergebnisentwicklung unter Druck. Die wirtschaftliche Erholung in Europa bleibt hinter den Entwicklungen in anderen Regionen der Welt zurück. Zudem ist der Wettbewerb hart und die Verbraucher sind mit ihren Ausgaben zurückhaltend.

Zunahme des Nettoumsatzes
Der Nettoumsatz im ersten Halbjahr 2010 beträgt 4,3 Milliarden Euro. Dies ist im Vergleich zum ersten Halbjahr 2009 (4,1 Milliarden Euro) eine Zunahme um 224 Millionen Euro (5,5 Prozent). Bei der Business Group Consumer Products International (Asien, Afrika, Mittleren Osten, Export) wurde eine Zunahme der Umsatzerlöse um 15,9 Prozent auf 1,1 Miliarden Euro verzeichnet. Die Steigerung des Umsatzes wurde sowohl durch Volumenwachstum als auch durch Preissteigerungen und Währungsschwankungen erzielt. Bei Consumer Products Europe nahm der Nettoumsatz um 2,3 Prozent ab und beläuft sich nunmehr auf 1,4 Milliarden Euro. In Russland wurde Wachstum erzielt. In den meisten anderen Märkten sind Volumen und Preisdruck geringer. Die Marktanteile der meisten Marken sind stabil. Cheese & Butter erwirtschaftete eine Zunahme des Nettoumsatzes um 2,1 Prozent auf fast 1,1 Milliarden Euro. Die Zunahme ist die Folge höherer Preise bei sowohl Käse als auch Butter. Auch der erfreuliche Export von Käse trug mit dazu bei. Das produzierte und verkaufte Käsevolumen bewegt sich auf einem niedrigeren Niveau, u. a. infolge des Verkaufs des Käseproduktionsstandortes Bleskensgraaf. Bei Ingredients stiegen die Umsatzerlöse um 11 Prozent auf 658 Millionen Euro. Die Steigerung der Ertragspreise sowohl bei Spezialzutaten für die Nahrungsmittelindustrie als auch bei Produkten wie Milchpulver und Caseinaten tragen in erheblichem Maße zu dieser Umsatzsteigerung bei.

Betriebsergebnis und Gewinn verbessert
Das Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit belief sich in der ersten Jahreshälfte 2010 auf 238 Millionen Euro. Damit hat sich dieses Ergebnis im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (110 Millionen Euro) mehr als verdoppelt. Das Betriebsergebnis in Prozent des Nettoumsatzes beträgt 5,5 Prozent (erstes Halbjahr 2009: 2,7 Prozent).

Besonders positiv ist der Ergebnisbeitrag der Business Group Ingredients. Dieser Geschäftsbereich schaffte es, ein negatives Ergebnis in der ersten Jahreshälfte 2009 in einen positiven Beitrag von 43 Millionen Euro (erstes Halbjahr 2009: -45 Millionen Euro) umzukehren. Grund dafür waren vor allem die guten Ergebnisse mit Spezialzutaten sowie die höheren Erlöspreise für Standardprodukte, was sich positiv auf die Gewinnspanne auswirkte.
Consumer Products International erbrachte gute Leistungen. Diese Business Group realisierte eine Verbesserung des Betriebsergebnisses um 46 Prozent (62 Millionen Euro) auf 197 Millionen Euro (erstes Halbjahr 2009: 135 Millionen Euro). Die Business Group konnte in den ersten Monaten des Jahres 2010 die Preiserhöhungen von Rohstoffen ohne weiteres an den Markt weitergeben und zugleich von den günstigen Währungsentwicklungen profitieren.
Bei Consumer Products Europe sank das Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit um 48 Prozent (-52 Millionen Euro) auf 57 Millionen Euro (erstes Halbjahr 2009: 109 Millionen Euro). Dies liegt vor allem an der nicht Schritt haltenden Entwicklung der Gewinnspannen für Sahne- und Butterprodukte bei FrieslandCampina Professional. Um die Marktanteile bei den für Verbraucher bestimmten Markenartikeln zu erhalten, waren relativ viele Promotions  erforderlich.
Die Business Group Cheese & Butter erzielte ein negatives Betriebsergebnis von 31 Millionen Euro. Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2009 (-55 Millionen Euro) hat sich das Ergebnis allerdings um 24 Millionen Euro (44 Prozent) verbessert, da bei Cheese Specialties und Cheese bessere Ergebnisse erzielt wurden. Dies resultierte in einem neutralen Ergebnis bei den Käseaktivitäten. Bei Butter standen die Gewinnspannen unter Druck, weil die relativ schnell steigenden Preise für Milchfett nur unzureichend an den Markt weitergegeben werden konnten. Dies führte zu einem negativen Ergebnis des Betriebsergebnisses für diese Konzerngesellschaft.

Die betrieblichen Aufwendungen sind im ersten Halbjahr 2010 um 2,6 Prozent auf 4,1 Milliarden Euro gestiegen. Insgesamt wurden 1,3 Milliarden Euro an Milchgeld ausgezahlt (erstes Halbjahr 2009: 1,2 Milliarden Euro). Dies ist 9 Prozent mehr als im gleichen Vorjahreszeitraum. Infolge der Fusion wurden Einsparungen im Einkauf erzielt. Auch die höhere Flexibilität in der Milchverarbeitung trägt zur Senkung der Kosten nach der Fusion bei.

Das Ergebnis aus Joint Ventures und assoziierten Beteiligungen ist im ersten Halbjahr 2010 im Vergleich zum ersten Halbjahr 2009 von 11 Millionen auf 8 Millionen Euro gesunken. Dies ist vor allem auf die geringen Ergebnisse der europäischen Beteiligungen zurückzuführen. Betagen in Thailand realisierte ein besseres Betriebsergebnis.

Der Saldo der Finanzierungserträge und -aufwendungen ist erneut um 5 Millionen gestiegen, was in Aufwendungen in Höhe von 35 Millionen Euro resultiert. Die Aufwendungen für eine Put-Option in DMV Fonterra Excipients sind infolge der höheren Dividendenausschüttung an den Inhaber der Put-Option gestiegen. Infolge der Emission des Private Placements sind die Finanzierungskosten gestiegen. Die Netto-Zinsaufwendungen sind zurückgegangen.

Die Steuern betragen 55 Millionen Euro (erstes Halbjahr 2009: 13 Millionen Euro). Die höheren Steuern sind unter anderem die Folge der Aktivierung von Verlusten in Deutschland im Jahr 2009 und der ebenfalls 2009 erfolgten Änderung der Steuersätze in Ungarn.
 
Der Periodenüberschuss im ersten Halbjahr 2010 beträgt 156 Millionen Euro (erstes Halbjahr 2009: 78 Millionen Euro). Der wichtigste Grund für die Steigerung des Periodenüberschusses sind die besseren Erträge von Ingredients, Consumer Products International und Cheese & Butter.

Von dem Gewinn werden 108 Millionen Euro dem Aktionär von Royal FrieslandCampina N.V., nämlich Zuivelcoöperatie FrieslandCampina U.A., zugerechnet, 15 Millionen Euro entfallen auf Zinsen auf Mitgliederobligationsanleihen, 4 Millionen Euro auf die Aussteller der ewigen Obligationsanleihe und 29 Millionen auf Minderheitsbeteiligungen.

Cashflow
Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit ist auf 49 Millionen Euro gesunken (erstes Halbjahr 2009: 269 Millionen Euro). Dies ist vorwiegend auf die Zunahme des Betriebskapitals durch die Aufstockung der Vorräte und die dafür zu zahlenden höheren Preise sowie durch eine Zunahme bei den Debitoren infolge der höheren Verkaufspreise zurückzuführen. Die Investitionen in Grundstücke, Bauten, Anlagen und immaterielle Vermögenswerte betrugen 75 Millionen Euro (erstes Halbjahr 2009: 87 Millionen Euro).

Finanzierung
FrieslandCampina nutz Anleihen von mehreren Gruppen von Kapitalgebern (Mitgliedern/Milchviehhaltern, Banken und Investoren). Dies kommt der Flexibilität des Unternehmens zugute. Der größte Teil der Fremdfinanzierung stammt von Finanzinstituten innerhalb und außerhalb der Niederlande. Den Hauptbestandteil der Bankdarlehen bildet ein so genannter gebundener Kredit in Höhe von 1 Milliarde Euro. Mit allen vierzehn Banken, die sich an der revolvierenden Kreditfazilität beteiligen, wurde im Mai 2010 ein Konsens zur Verbesserung der Konditionen des 2009 abgeschlossenen Kredites erzielt. Dies erfolgt durch Senkung des Zinsaufschlages und Verlängerung der Laufzeit bis einschließlich August 2013. Der Kreditrahmen bleibt mit 1 Milliarde Euro unverändert. Die Anpassung konnte auf der Grundlage der Marktentwicklungen und des verbesserten Kreditwürdigkeitsprofils des Unternehmens erzielt werden. FrieslandCampina hat bei institutionellen Anlegern in den USA ein Privatdarlehen von 196 Millionen Dollar aufgenommen. Bei einem europäischen Anleger wurde ein Darlehen von 25 Millionen Euro beschafft. Die so genannten Senior Notes haben eine Laufzeit von sieben bzw. zehn Jahren und dienen dazu, kurzfristige Verbindlichkeiten bei Banken durch langfristige Verbindlichkeiten zu ersetzen.

Verstärkung der Finanzposition
Das Konzernkapital am 30. Juni 2010 beträgt 1,9 Milliarden Euro (31. Dezember 2009: 1,7 Milliarden Euro). Das Eigenkapital wurde durch die Rücklage aus dem Gewinn über das Jahr 2009 gestärkt. Die Eigenkapitalquote (Konzernkapital in Prozent der Bilanzsumme) beträgt 37,2 Prozent (Jahresende 2009): 36,7 Prozent.)
Die Nettoverbindlichkeiten betragen zum 30. Juni 937 Millionen Euro. Gegenüber dem 31. Dezember 2009 (842 Millionen Euro) bedeutet dies eine Zunahme um 95 Millionen Euro und gegenüber dem ersten Halbjahr 2009 (1,2 Milliarden Euro) eine Senkung um 290 Millionen Euro. Die Zunahme im Vergleich zum Jahresende  2009 ist die Folge einer Zunahme des Betriebskapitals. Der Rückgang im Vergleich zum ersten Halbjahr 2009 ist die Folge des geringeren Finanzierungsbedarfs durch niedriges Nettoumlaufvermögen.

Milchpreis für Mitglieder/Milchviehhalter
FrieslandCampina hat ihren Mitgliedern/Milchviehhaltern für das erste Halbjahr 2010 einen Garantiepreis von 30,25 Euro exklusive MwSt. pro 100 Kilogramm Milch bei 4,41 Prozent Fett und 3,47 Prozent Eiweiß ausgezahlt (erstes Halbjahr 2009: 26,04 Euro, insgesamt 2009: 26,40 Euro). Auf der Basis des in diesem Halbjahresbericht ausgewiesenen Periodenüberschuss beläuft sich der Pro-forma-Leistungszuschlag auf 1,33 Euro und der Pro-forma-Milchpreis auf 31,58 Euro pro 100 Kilogramm Milch exklusive MwSt. (erstes Halbjahr 2009: 26,38 Euro, insgesamt 2009: 26,99 Euro pro 100 kg Milch). Bei der Berechnung des Leistungszuschlages wird der Periodenüberschuss auf der Grundlage des Garantiepreises um die Zinsen der Mitgliederobligationsdarlehen, die Zinsen der ewigen Obligationsanleihe und den Drittanteil am Gewinn gesenkt und anschließend durch die von den Mitglieder gelieferte Milchmenge geteilt (bei der Berechnung des Leistungszuschlages anhand des Gewinns auf Jahresbasis muss die gelieferte Milchmenge auf Jahresbasis berücksichtigt werden). Von diesem Betrag werden 25 Prozent bar an die Mitglieder als Leistungszuschlag ausgezahlt, mit 15 Prozent wird eine auf den Namen der einzelnen Mitglieder/Milchviehhalter ausgestellte Rücklage aus dem Gewinn gebildet und von den übrigen 60% werden Unternehmensrücklagen gebildet.

Ausblick
Die wirtschaftlichen Prognosen sind derzeit unsicher. Kleine Schwankungen in Angebot und Nachfrage auf dem Weltmarkt können große Folgen für die Preisentwicklungen von Milchprodukten haben. Unter anderem kann FrieslandCampina deshalb keine konkrete Aussage über das Ergebnis des gesamten Jahres 2010 tätigen.


2010 HalbjahresberichtGrafiken, Tabellen und weitere Informationen
finden Sie in den PDF-Bericht.