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10. Dezember 2009
FrieslandCampina strukturiert Produktion um
Geplante Umstrukturierung von Aktivitäten, Schließung von sechs Standorten
Amersfoort, die Niederlande -
Das Molkereiunternehmen Royal FrieslandCampina N.V. plant die Produktionsstandorte in den kommenden Jahren deutlich umzustrukturieren. Als Folge dessen werden insgesamt sechs Standorte in den Niederlanden, in Deutschland und in Belgien geschlossen. Es entstehen 318 neue Arbeitsplätze (VZÄ/FTE), und 942 Arbeitsplätze fallen weg. Per Saldo gehen somit insgesamt 624 der weltweit 20.500 festen Arbeitsplätze verloren. Heute Nachmittag wurden die Mitarbeiter der betreffenden Standorte über die Pläne informiert. Die Mitbestimmungsorgane sind in den Prozess einbezogen. Die Gewerkschaften wurden ebenfalls informiert.
Nach der Fusion von Friesland Foods und Campina Ende 2008 wurde eine Untersuchung der Möglichkeiten, die Produktions-, Verpackungs- und Käseveredelungsaktivitäten zu optimieren, eingeleitet. Durch die Fusion ist es zu Überkapazitäten in der Produktion gekommen. Zur Vorbereitung der Analysen wurden die diversen Produkte, die Produktionssysteme, die Kapazitätsauslastung und der Raum für Wachstum pro Standort erfasst. Anschließend wurde festgelegt, wie sich die Produktion optimal gestalten lässt.
Cees ’t Hart, CEO von Royal FrieslandCampina: "Das Ziel der geplanten Neustrukturierung der Produktion besteht darin, die Kosten durch eine Verbesserung der Effizienz zu senken. Wir werden uns dafür einsetzen, die Mitarbeiter, die ihren Arbeitsplatz verlieren, bei der Suche nach einem neuen Arbeitsplatz - innerhalb oder außerhalb von FrieslandCampina – zu begleiten."
Deutschland
In Deutschland hat FrieslandCampina Niederlassungen in Gütersloh, Elsterwerda, Essen, Heilbronn, Kalkar, Köln, Lippstadt und Schefflenz.
Es ist beabsichtigt, den Produktionsstandort in Elsterwerda Mitte 2011 zu schließen. Die Produktion von Joghurts und Desserts wird in Deutschland nach Gütersloh, Heilbronn und Köln verlagert. In Elsterwerda werden dann 300 Arbeitsplätze wegfallen. In Gütersloh entstehen 72 neue Arbeitsplätze, und in Heilbronn kommen 17 neue Arbeitsplätze hinzu.
Außerdem ist beabsichtigt, den Produktionsstandort in Kalkar Mitte 2011 zu schließen. In Kalkar fallen 173 Arbeitsplätze weg. Die Produktion von H-Milch für den deutschen Markt wird nach Köln verlagert, wo acht neue Arbeitsplätze entstehen. Die Produktion von H-Milch für den niederländischen Markt und die Produktion von Chocomel und Joghurtdrinks wird nach Aalter (Belgien) verlagert; hier entstehen 71 neue Arbeitsplätze. Die Produktion für den ungarischen Markt geht nach Debrecen, wo sieben neue Arbeitsplätze hinzukommen.
In Deutschland werden diesen Plänen zufolge 473 der 2.200 Arbeitsplätze wegfallen und 97 neue Arbeitsplätze entstehen. In den kommenden Wochen werden die entsprechenden Beratungen mit dem Betriebsrat von FrieslandCampina in Elsterwerda und in Kalkar sowie mit dem Wirtschaftsausschuss und den Gewerkschaften stattfinden.
Niederlande
Es ist beabsichtigt, die Käseverpackungsstandorte von FrieslandCampina Cheese in Drachten und in Tilburg Ende 2010 zu schließen. Die Käse-Großverpackungsaktivitäten von Drachten werden nach Leerdam verlagert. Alle 60 Arbeitsplätze in Drachten fallen hierdurch weg. Die Käse-Kleinverpackungsaktivitäten in Tilburg werden teilweise nach Leerdam und teilweise nach Wolvega verlagert. In Tilburg fallen hierdurch 104 Arbeitsplätze weg. In Leerdam entstehen 47 neue Arbeitsplätze und in Wolvega 45.
Außerdem ist beabsichtigt, die Käseproduktions- und Käseveredelungsabteilung in Tilburg im ersten Quartal von 2011 zu schließen. Dabei werden 83 Arbeitsplätze wegfallen. Die Käseproduktion wird zu diversen Käseproduktionsstandorten verlagert. Diese Verlagerung schafft zwei neue Arbeitsplätze in Bedum. In Tilburg befindet sich auch die Development-Abteilung von FrieslandCampina Cheese mit 31 Mitarbeitern. Der zukünftige Standort der Development-Abteilung und der Testfabrik muss noch festgelegt werden. Hierbei fallen keine Arbeitsplätze weg.
Es besteht die Absicht, den Produktionsstandort für Käse in Dronrijp im zweiten Quartal von 2011 zu schließen. Die Aktivitäten werden zu diversen Standorten verlagert. Ein kleiner Teil der Produktion wird ausgelagert. Hierdurch fallen 86 Arbeitsplätze weg. In Dronrijp wird auch Molke verarbeitet. Die Zukunft des Standorts FrieslandCampina Domo in Dronrijp hängt von der Standortuntersuchung der Business Group Ingredients ab. Der Standort wird voraussichtlich vorläufig noch als selbstständiger Standort erhalten bleiben.
In Leeuwarden ist geplant, einen Teil – die Abteilung Packaging-Zuid - im zweiten Quartal 2011 zu schließen. In dieser Abteilung wird Kaffeemilch verpackt. In Leeuwarden gehen hierdurch 73 der insgesamt 850 Arbeitsplätze verloren. Die in Leeuwarden produzierte Kaffeemilch wird künftig in Aalter (Belgien) verpackt, wo 26 neue Arbeitsplätze entstehen, und außerdem in Bornem (Belgien). Hier kommen sechs neue Arbeitsplätze hinzu.
Durch die geplante Schließung der Niederlassung in Klerken (Belgien) entstehen in Noordwijk (Niederlande) 15 und in Lochem (Niederlande) zwei neue Arbeitsplätze.
In den Niederlanden werden den aktuellen Plänen zufolge 405 der 7.400 Arbeitsplätze wegfallen und 111 neue Arbeitsplätze entstehen.
Belgien
Die Aktivitäten von FrieslandCampina in Aalter werden infolge der geplanten Schließungen in Deutschland und den Niederlanden deutlich ausgeweitet. In Aalter entstehen insgesamt 97 neue Arbeitsplätze. In der Niederlassung von FrieslandCampina in Bornem entstehen sechs neue Arbeitsplätze.
FrieslandCampina plant, den Produktionsstandort in Klerken (Houthulst) Mitte 2011 zu schließen. Es ist beabsichtigt, die Produktionsaktivitäten für Butteröl und Sahneprodukte nach Noordwijk und Lochem in den Niederlanden zu verlagern; dort werden heute schon ähnliche Produkte hergestellt. Hierdurch würden in Klerken 63 Arbeitsplätze wegfallen.
In Belgien werden den Plänen zufolge insgesamt 63 der 1.200 Arbeitsplätze wegfallen, während 103 neue Arbeitsplätze entstehen.
Soziale Folgen
FrieslandCampina wird sich mit aller Kraft dafür einsetzen, für betroffene Arbeitnehmer geeignete neue Aufgaben, vorzugsweise innerhalb von FrieslandCampina, doch wenn sich dies nicht innerhalb einer angemessenen Frist realisieren lässt, dann auch außerhalb des Unternehmens, zu finden.