Zurück zur Übersicht
9. September 2009
FrieslandCampina wird grüne Energie von eigenen Milchviehhaltern abnehmen
Erste konkrete Schritte auf dem Weg zu energieneutraler Milchkette

Amersfoort, die Niederlande -
Das genossenschaftliche Molkereiunternehmen FrieslandCampina wird in unterschiedlicher Weise Mitglied-Milchviehhalter unterstützen, die im eigenen Betrieb grüne Energie erzeugen. So können die betreffenden Mitglied-Milchviehhalter ab dem 1. Januar 2010 sogenannte Grünzertifikate zu einem marktgebundenen Preis an FrieslandCampina verkaufen. Mit dieser und mit einer ähnlichen Regelung für nachhaltig erzeugten Strom deckt FrieslandCampina einen Teil des Energiebedarfs der Produktionsbetriebe. Die Initiativen entsprechen dem Streben von FrieslandCampina, die Nachhaltigkeit der Milchkette aktiv weiter zu verbessern.
Dies gab heute CEO Cees t' Hart im Milchviehbetrieb der Firma Stokman in Koudum (Niederlande) bekannt. Er hielt anlässlich der Eröffnung des Melkvee-Academisch Jaar (Akademisches Jahr der niederländischen Milcherzeuger) und der Eröffnung des ‚Vrije Keuze Stal’ (Stall nach Wahl) der Familie Stokman eine Rede. Auf dem Gebiet des Tierwohls und der nachhaltigen Energie gehört die Familie Stokman unter den Milchviehhaltern zu den Pionieren.
"Wir möchten die Milchviehhalter dabei unterstützen, auf rentable Weise grüne Energie zu erzeugen. Der Business Case muss aber gut sein. Das gilt für die einzelnen Milchviehhalter, für FrieslandCampina und damit auch für die Milchkette insgesamt", sagt 't Hart.
Auf dem Gebiet von grünem Gas, das unter anderem durch die Vergärung von Dünger erzeugt wird, wird FrieslandCampina jetzt einige konkrete Maßnahmen ergreifen.
Gas ins Netz liefern
Gemeinsam mit Gasunie in den Niederlanden und regionalen Gasfirmen möchte FrieslandCampina die technischen Voraussetzungen für die eigenen Mitglied-Milchviehhalter von FrieslandCampina schaffen, so effizient wie möglich Gas ins Gasnetz zu liefern.
Abnahme von grünem Gas über Zertifikate oder direkte Lieferung
Wenn ein Milchviehhalter grünes Gas ins Netz liefert und dafür sogenannte Grünzertifikate hat, kann er diese Zertifikate zu einem marktgebundenen Preis an FrieslandCampina verkaufen.
Wenn Milchviehhalter grünes Gas in der Nähe eines Produktionsstandortes von FrieslandCampina erzeugen, ist FrieslandCampina bei ausreichendem Angebot bereit dafür zu sorgen, dass der betreffende Produktionsstandort das grüne Gras zu marktgebundenen Preisen direkt von den betreffenden Milchviehhaltern abnimmt. FrieslandCampina wird dann an den betreffenden Produktionsstandorten in Brenner investieren, die mit grünem Gas betrieben werden können.
Förderung des Absatzes
"Wir fördern also den Absatz von grünem Gras. Das hilft den Mitglied-Milchviehhaltern bei ihren Abwägungen und bei der Finanzierungsanfrage an ihre Bank", so Cees 't Hart. Am 1. Januar 2010 möchte FrieslandCampina seine Aktivität in diesem Bereich konkret aufgenommen haben. Cees 't Hart: "Damit sich die Milchviehhalter quasi beim Energieansprechpartner von FrieslandCampina melden können. Dann werden wir auch mehr Klarheit in Bezug auf den Preis haben, zu dem wir die Energie und die Zertifikate für nachhaltige Energie abzunehmen bereit sind."
Der Schwerpunkt liegt auf den Niederlanden, doch FrieslandCampina wird inventarisieren, wie ein ähnlicher Ansatz für die deutschen Produktionsstandorte und die deutschen Mitglied-Milchviehhalter gefunden werden kann.
’t Hart sagt, dass FrieslandCampina in den Fällen, in denen Milchviehhalter gegebenenfalls Probleme mit Subventionen und Bedingungen haben werden, sein Fachwissen einsetzen wird, um hier Abhilfe zu schaffen. "Ein Punkt, den es für uns als FrieslandCampina zu beachten gibt, ist, dass die geltenden Regelungen derzeit keine Koppelung des Kaufs von Zertifikaten für grünes Gas an eine Erweiterung der CO2-Rechte vorsehen. Wenn wir direkt grünes Gas kaufen, besteht die Koppelung an CO2-Rechte dagegen wohl und erhalten wir mehr CO2-Raum. Für den Business Case von Zertifikaten für grünes Gas ist diese Koppelung sehr wichtig. Für die gewünschte Verbesserung der Nachhaltigkeit der Kette muss die Regelung in dem Punkt geändert werden."
Erste Praxissituation
Die erste Praxissituation für die Abnahme von zertifiziertem grünem Gas ist bereits gegeben. De Marke in Hengelo (Niederlande), ein Milchviehbetrieb der Universität Wageningen Livestock Research verfügt über die erste Düngervergärungsanlage in den Niederlanden, die grünes Gas ins Erdgasnetz liefert. FrieslandCampina kauft die Grünzertifikate von diesem Milchviehbetrieb, der Mitglied von FrieslandCampina ist.
Der Ansatz für grünes Gas gilt auch für Milchviehhalter von FrieslandCampina, die in ihrem eigenen Betrieb mit Windmühlen oder Sonnenpaneelen Strom erzeugen und diesen Strom ins Netz liefern. Mittlerweile erzeugen ca. 30 Mitglieder von FrieslandCampina in den Niederlanden in ihrem eigenen Betrieb auf nachhaltige Weise Strom.
Auf dem Weg zu einer energieneutralen Milchkette
Die Initiativen von FrieslandCampina resultieren aus der Absprache im niederländischen Molkereisektor, Nachhaltigkeit in der Milchkette zu schaffen. Zwischen 2005 und 2020 soll sich die Energieeffizienz um zwei Prozent pro Jahr verbessern, davon um 1,5 Prozent an den Produktionsstandorten und um 0,5 Prozent innerhalb der Kette. Darüber hinaus strebt der niederländische Molkereisektor an, im Jahr 2020 einhundert Prozent nachhaltige Energie einzukaufen, vorzugsweise zu beziehen von den Milchviehhaltern. Gegenwärtig werden sieben Prozent der Elektrizität der niederländischen Produktionsstandorte von FrieslandCampina nachhaltig erzeugt.
Ein wichtiges Ziel von FrieslandCampina besteht darin, die Treibhausgase, die für die Erwärmung der Erde verantwortlich sind, zu reduzieren. Einerseits ist dies Kohlendioxyd, das bei der Verbrennung fossiler Brennstoffe wie z. B. Öl und Gas und bei der Nutzung von Strom an den Produktionsstandorten frei wird, andererseits ist dies Methan, das bei den Kühen bei der Grasverdauung frei wird.
’t Hart betont, dass die wichtigste Aufgabe von FrieslandCampina darin besteht, Verbraucher und professionelle Abnehmer durch die Verarbeitung und den Absatz von Mitgliedermilch zu bedienen. "Um gute Milch verarbeiten und daraus Wert schöpfen zu können, brauchen wir Gas und Strom. Wenn wir unseren Energiebedarf mit nachhaltiger Energie decken können, die von den Betrieben unserer Mitglied-Milchviehhalter stammt, ist dies ein enormer Schritt vorwärts."