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Ernährungsinfos auf empfohlene Produkte richten, nicht auf 'ungesunde' Zutaten

Amsterdam, die Niederlande - Verbraucherinformationen über die Ernährung sollten sich auf diejenigen Lebensmittel konzentrieren, bei denen ein täglicher Verzehr empfohlen wird, und nicht auf  'ungesunde' Nährstoffe. Dies ist die Schlussfolgerung einer groß angelegten GFK-Verbraucherstudie in Frankreich und in den Niederlanden. Präsentiert wurde die Studie am 21. Mai in Amsterdam auf dem Symposium „Nutrient Density / Nutritional aspects of dairy“, das vom französischen Molkereiverband CNIEL und vom niederländischen Molkereiverband NZO organisiert worden war.

Wichtigste Ergebnisse dieser Studie:

  • Nur wenige Verbraucher sind auf der Suche nach Ernährungsinfos; doch wenn sie interessiert sind, dienen ihnen Verpackung und Internet als die am häufigsten benutzten Informationsquellen

  • Verbraucher wissen sehr wohl, welche Nährstoffe gesund sind, aber sie lesen nicht nach, was dazu auf der Produktverpackung steht
  • Verbraucher wissen außerdem wenig über den Nährstoffgehalt, selbst wenn sie sagen, dass sie darauf achten; dies gilt auch für Verbraucher aus bildungsnahen Schichten
  • Verbraucher, die bei bestimmten Produkten über die empfohlenen Mengen Bescheid wissen, sind gewissenhafter beim Einhalten dieser Empfehlungen

Nutrient Rich Food Index
Die Ergebnisse dieser Studie stützen das System des US-amerikanischen Professors Adam Drewnowski (Washington University, Seattle). Dieser hat auf dem Amsterdamer Symposium den sogenannten Nutrient Rich Food Index vorgestellt. Bei dem NRF-Index werden empfohlene Lebensmittel nach der Menge „guter“ Nährstoffe im Verhältnis zur Energiemenge angeordnet. Drewnowskis NRF-Index nennt neun Nährstoffe: Eiweiße, Ballaststoffe, drei Vitamine und vier Mineralstoffe; ferner gibt es drei zu vermeidende Stoffe: gesättigtes Fett, Zuckerzusatz und Salz. Ein auf der Menge an Nährstoffen (Nutrient Density) in Produkten basierendes System hat den Vorteil, dass positive Aspekte der Lebensmittel betont werden. In den heutigen Ernährungsinfos dominieren negative Aspekte: Fett, Zucker, Salz.