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Mitglied-Milchviehhalter von FrieslandCampina praktizieren gezielt Nachhaltigkeit

Ausgangsbasis des Vorstands: Weidegang wird zum Standard

Amersfoort, Niederlande - Viele Mitglied-Milchviehhalter von FrieslandCampina sind bereits auf dem Gebiet der Nachhaltigkeit aktiv. Der Vorstand der Molkerei- genossenschaft von FrieslandCampina möchte, dass alle Mitglied-Milchviehhalter gezielt Nachhaltigkeit praktizieren und die Leistungen aller Mitglieder transparent werden. Ferner ist Vorstand der Meinung, dass alle Mitglied-Milchviehhalter ihren Beitrag zum Weidegang der Kühe leisten sollen. Wie die Mitglieder in ihren Betrieben eine Form des Weidegangs und andere Nachhaltigkeitsaspekte in die Praxis umsetzen können, ist noch offen. Hierüber beginnt am Montag, 17. Januar, eine große Gesprächsrunde mit den Mitgliedern.

Bis Freitag, 25. Februar, werden mehr als 100 Workshops veranstaltet, in deren Rahmen die Milchviehhalter aktiv über die Umsetzung von Nachhaltigkeit mitdenken und praktische Ideen für Energiesparmaßnahmen oder Energieerzeugung im eigenen Betrieb einbringen können. Es gibt bereits mehr als 4.500 Anmeldungen von Milchviehhaltern, die Mitglieder der Genossenschaft FrieslandCampina sind. Die Workshops finden im gesamten Einzugsgebiet Tätigkeitsgebiet der Genossenschaft in den Niederlanden, Deutschland und Belgien statt. Nachhaltigkeit ist ein zentrales Thema für die Mitglieder in allen Ländern, doch die genaue Umsetzung kann von Land zu Land unterschiedlich sein.

Klimaneutrales Wachstum in der Milchkette
Nachhaltigkeit in der gesamten Produktionskette für Molkereiprodukte ist ein wichtiges Fundament für die Realisierung der Strategie Route2020 von FrieslandCampina. Neben den Absprachen des niederländischen Molkereisektors mit den nationalen Behörden zur Reduzierung der Treibhausgasmenge in dem Zeitraum von 1990 bis 2020 strebt FrieslandCampina an, das Wachstum klimaneutral zu realisieren, und zwar sowohl bei der Milchproduktion als auch in der Milchverarbeitung. FrieslandCampina möchte dies erreichen, indem es gemeinsam mit den Milchviehhaltern und den Kettenpartnern an der Verbesserung der Energieeffizienz, der Reduzierung des Ausstoßes von Treibhausgasen und der Förderung der Produktion von nachhaltiger Energie in den Milchviehbetreiben arbeitet.

Veränderung des Ansatzes in Sachen Weidegang
Weitere wichtige Nachhaltigkeitsaspekte für die Milchviehhalter sind die Gesundheit und das Wohlbefinden der Kühe, der Schutz von Natur, Umwelt und Landschaft sowie Weidegang.

"Unser Unternehmen FrieslandCampina und die Milchviehhalter selbst erleben, dass Weidegang sehr wichtig für das Image und die Annahme des Produkts Milch sowie auch für die Milchviehhaltung als Sektor ist. Der Vorstand der Molkereigenossenschaft FrieslandCampina hat deshalb beschlossen, dass Weidegang zum Standard für unsere Mitglieder werden muss", so Kees Wantenaar, Vorsitzender des Vorstands der Molkereigenossenschaft FrieslandCampina. "Wie die Mitglieder diesen Beitrag in ihren Betrieben leisten und inwiefern ihre Beiträge auch unterschiedlich sein können, darüber werden wir jetzt den Dialog mit ihnen aufnehmen. Fest steht jedenfalls, dass Weidegang künftig weniger freibleibend ist als bisher. Ca. 80 Prozent unserer Mitglieder praktizieren ohnehin schon den Weidegang ihrer Kühe, doch wir stellen fest, dass dieser Prozentsatz unter Druck steht. Um den aktuellen Weidegang-Prozentsatz beibehalten zu können, sind Veränderungen erforderlich. Nicht nur bei uns selbst, sondern z. B. auch bei den Behörden, denn Weidegang steht beispielsweise im Widerspruch zu manchen Zielsetzungen in den Bereichen Umwelt und Klima."

Leistungen in Sachen Nachhaltigkeit transparent machen
Zahlreiche der Workshops mit den Mitglied-Milchviehhaltern, die jetzt beginnen, befassen sich mit der Frage, wie man Transparenz über die Leistungen der Milchviehbetriebe in Sachen Nachhaltigkeit schaffen kann und welche Beratung und Unterstützung die Betriebe benötigen, um Verbesserungen realisieren zu können, auch in technisch-wirtschaftlicher Sicht. "Dabei gilt als Voraussetzung, dass es möglich sein muss, gezielt nachhaltig ausgerichtete Produktionsmethoden mit einer Kostenkontrolle zu verbinden, was angesichts der internationalen Wettbewerbsverhältnisse auch notwendig ist. Beispiele im Bereich der Gesundheit und des Wohlbefindens der Kühe sind Euter und Klauen. Sie stellen einen wichtigen Nachhaltigkeitsaspekt dar, der gleichzeitig ein Bestandteil der Betriebsführung ist, mit dem sich die Milchviehhalter viel befassen. Um effektive Instrumente entwickeln zu können, die in unterschiedlichen betrieblichen Situationen praktisch anwendbar sind, brauchen wir unbedingt die Ideen und die Erfahrungen unserer Mitglied-Milchviehhalter, auch aus dem Praxis in Deutschland und in Belgien. Der Beitrag unserer Mitglieder ist von essenzieller Bedeutung für das Nachhaltigkeitskonzept, das wir per 1. Januar 2012 überall betreiben wollen", so Atze Schaap, Direktor Genossenschafts-angelegenheiten FrieslandCampina. "Letztendlich möchten wir pro Betrieb einen Nachhaltigkeitsscore haben, der sich aus diversen Elementen zusammensetzt. Wir gehen dabei davon aus, dass für einen Betrieb, der beispielsweise sowohl eine ausgezeichnete Energie-Performance bietet als auch hervorragende Ergebnisse im Bereich der Tiergesundheit erzielt, beide Leistungsbereiche transparent in dem Score erfasst sind. Bestandteil der Gespräche mit den Mitgliedern ist auch, wie Nachhaltigkeitsscores finanziell bewertet werden sollen. Selbstverständlich basiert dies alles auch weiterhin auf einer guten oder sogar exzellenten Qualität der Milch und des Produktionsprozesses auf dem Bauernhof. Das Nachhaltigkeitskonzept soll den Milchviehhaltern helfen, Nachhaltigkeit gezielt einzuführen und zu praktizieren."

Praxistest für Prototyp
Auf der Basis aller Ideen der Milchviehhalter, mit denen FrieslandCampina im Januar und im Februar Gespräche über das Nachhaltigkeitskonzept führt, wird dann im Frühjahr ein Prototyp entwickelt, der im Sommer in der Praxis getestet wird. Zum Ende des Sommers wird der Vorstand detaillierte Vorschläge für die erste Phase des Nachhaltigkeitskonzepts, das per 1. Januar 2012 in Kraft treten wird, vorlegen. Die erste Phase wird im Herbst 2011 mit den Mitgliedern der Genossenschaft besprochen. Anschließend erfolgt die Beschlussfassung.

Milchviehhalter tatkräftig in Sachen Nachhaltigkeit
Inzwischen sind die Mitglieder bereits sehr tatkräftig in Sachen Nachhaltigkeit. Außerdem stellt FrieslandCampina in Zusammenarbeit mit Kettenpartnern schon heute diverse Unterstützungsmittel zur Verfügung. So gibt es in den Niederlanden die Weidegangberatung der Stiftung 'Stichting Weidegang' und den 'EnergieContactPunt' des Energielieferanten Essent, der Milchviehhalter berät, die erwägen, im eigenen Betrieb nachhaltige Energie zu erzeugen.