Zurück zur Übersicht
14. Januar 2010
milk2020, Überlegungen zum Milchsektor im Jahr 2020
Cees ’t Hart teilt seine Gedanken beim Jungbauerntag mit gut 700 jungen Milchunternehmern von FrieslandCampina

Arnheim, die Niederlande -
Der Milchsektor, FrieslandCampina und die Einsatzbereiche von Milch werden im Jahr 2020 deutlich anders sein als heute. Unter dem Motto milk2020 schilderte Cees 't Hart, CEO von FrieslandCampina, heute seine Visionen zum Molkereisektor im Jahr 2020. Er tat dies vor gut 700 jungen Milchunternehmern von FrieslandCampina beim ersten Jungbauerntag von FrieslandCampina. "Das inspiriert und liefert Bausteine für die Zukunft."
’t Hart zufolge gehören die jungen Unternehmer zu der sogenannten Kreuzungsgeneration. "Wenn sie im Jahr 2020 erfolgreich sein möchten, müssen sie in den nächsten Jahren die richtige Richtung wählen. Und es bedeutet, dass sie in den kommenden Jahren Entscheidungen treffen müssen, um ihren Traum zu realisieren."
Ideen und Überlegungen
Er betont, dass er auf den Jungbauerntag in Arnheim (Niederlande) nicht die neue Strategie von FrieslandCampina enthüllt hat, sondern Gedanken und Ideen darüber ausgetauscht hat, wie der Molkereisektor und FrieslandCampina im Jahr 2020 aussehen könnten. "Unsere Strategie werden wir im Frühjahr bekannt geben. Jetzt habe ich mich erst einmal einigen Überlegungen und Gedanken über 2020 gewidmet. Ich ziehe gerne einen Vergleich mit der Automobilindustrie. Wir sehen jetzt Autos auf der Straße fahren, die ein wenig aussehen wie die Designautos, die vor fünf Jahren bei der Autoschau in Detroit ausgestellt wurden. Doch es gibt auch Traumautos, die wir noch niemals auf der Straße gesehen haben. Dass wir als FrieslandCampina mit milk2020 für den Molkereisektor solche Betrachtungen mit der Außenwelt teilen, ist neu. Und mit wem könnten wir diese Visionen besser teilen als mit der neuen Generation der Milchunternehmer? Ein solcher Gedankenaustausch inspiriert und liefert Bausteine für die Zukunft."
Die jungen Milchviehhalter wurden gebeten, per SMS über Aussagen abzustimmen, die auf den milk2020-Visionen basierten. Anfangs taten 32 Prozent der jungen Unternehmer die milk2020-Visionen als Traumtänzerei ab. Schließlich aber antworteten 94 Prozent mit 'Ja' auf die Aussage: 'milk2020 - daran beteilige ich mich als Unternehmer gerne.'
’t Hart erwartet, dass die Welt der Molkereiprodukte im Jahr 2020 in einigen Bereichen anders aussehen wird als heute. "Aber wie anders, das werden wir dann sehen."
Vision: Milch - eines der wertvollsten Nahrungsmittel
Wird dieser Gedanke Wirklichkeit? "Im Jahr 2020 wird man Milch weltweit als eines der wertvollsten Nahrungsmittel sehen und behandeln. Die Nährstoffe in Milch werden wegen ihrer positiven Wirkung auf die Gesundheit der Menschen anerkannt. Eine gute Ernährung ohne Milch oder Milchbestandteile? Undenkbar und unvernünftig!"
Vision: Nordwesteuropa im Jahr 2020 eine der Produktregionen für Molkereiprodukte
"Versetzen Sie sich in einen Satelliten und bedenken Sie, dass die Erde viele Milcherzeugnisse benötigt. Wo würden Sie die dann produzieren? Natürlich dort, wo das am besten möglich ist", so sagt 't Hart in milk2020. In Nordwest-Europa können wir die Weltnahrungsversorgung mit der geringsten Belastung für Umwelt und Umgebung sichern. Warum? Weil die natürlichen Umstände in Nordwesteuropa die besten für die Produktion von Milch sind und weil die Milchunternehmer dort diese günstigen Voraussetzungen wie kein anderer mit moderner Technik zu kombinieren in der Lage sind." 't Hart zufolge ist es denkbar, dass Innovationen, die derzeit von der niederländischen Stiftung Courage vorbereitet werden (wie z. B. der Kuhgarten), im Jahr 2020 auf breiter Ebene eingeführt sein werden.
Vision: In 2020 ist Milch und Nachhaltigkeit kein Thema mehr
"Milch und Nachhaltigkeit sind in 2020 kein Thema mehr. Probleme, wie es sie einmal gab, wurden in den vergangenen zehn Jahren gelöst. Das bedeutet: nachhaltiges Unternehmertum, gesellschaftliche Akzeptanz und zusätzliche Chancen im Markt!, so schaut 't Hart von 2020 aus imaginär auf den Zeitraum 2010 bis 2020 zurück. Ideen, die dazu gehören: Produktionswerke von FrieslandCampina arbeiten in 2020 mit grüner Energie, und die Milchunternehmer werden für einen niedrigen Energieverbrauch pro Liter produzierte Milch belohnt.
Vision: erfolgreiche Präsenz von FrieslandCampina in noch mehr Ländern
Das Unternehmen FrieslandCampina hat bereits heute mit Verbraucherprodukten starke Positionen in Europa und in Teilen von Asien und Afrika sowie mit Ingredienzen weltweit. Und im Jahr 2020? "Dort, wo eine interessante Nachfrage nach Molkereiprodukten besteht, deckt FrieslandCampina diesen Bedarf", so milk2020. FrieslandCampina wird gemäß dieser Vision im Jahr 2020 in viel mehr Ländern aktiv und erfolgreich sein als in 2010. 't Hart: "Ob wir erfolgreich sind, das bestimmen nicht wir; das wird auch in 2020 von den Verbrauchern, von unseren Abnehmern, unseren Mitarbeitern und den Mitglied-Milchunternehmern beurteilt."
Vision: Im Jahr 2020 deckt FrieslandCampina mit Milch auf eine völlig neue Art und Weise den Bedarf von Verbrauchern
Die Verbraucher kennen Molkereiprodukte und FrieslandCampina heutzutage von Nahrungsmitteln, Milchgetränken, Milchpulver, Käse und Butter. Und in 2020? In den Ideen zu 2020, die 't Hart darlegt, ist Raum für den Einsatz von Milchbestandteilen in Kosmetika und Kleidung. Doch wichtig bleibt die Verwendung in Nahrungsmitteln, auch wenn die dann vielleicht ganz anders beschaffen sein können als heute. milk2020 umfasst sogar den Gedanken, dass die Milchunternehmer im Jahr 2020 in ihren Betrieben der Milch Wasser entziehen werden und dass es für dieses Wasser dann auch wieder neue Verwendungsmöglichkeiten geben wird.
Vision: Die Genossenschaft FrieslandCampina als Partnerschaft von sechs Allianzen von Milchunternehmern
’t Hart zufolge gibt es keinerlei Diskussion darüber, dass das Unternehmen FrieslandCampina auch im Jahr 2020 in Bauernhand sein wird. Doch wie? 't Hart skizziert das Bild: "In 2010 ist es noch eine unternehmerische Gemeinschaft. In 2020 ist es eine Gemeinschaft von Milchunternehmern. FrieslandCampina ist dann eine Partnerschaft einiger Allianzen von Milchunternehmern. Man könnte sich vorstellen, dass es Allianzen von Unternehmern sind, die sich für eine Low-Cost-Produktion für den Weltmarkt entschieden haben, oder auch von Unternehmern, die spezifische milch für Käse produzieren. Und auch von Menschen, die Hightech-Milch für medizinische Einsatzbereiche produzieren."
Die Unternehmer werden in 2020 bestimmen, welcher Absatzmarkt, welche Milch, welche Form der Milchviehhaltung und somit welche Allianz am besten den Ambitionen und Möglichkeiten entspricht, die sie als Unternehmer haben. Und deshalb ist es 't Hart zufolge absolut gerechtfertigt, Milchviehhalter in der Zukunft als 'Milchunternehmer' zu bezeichnen.