Milk Prism: Membrantechnologie für die Trennung von Milch in besonders reine Produktströme

Milchbestandteile haben ernährungs- und funktionale Eigenschaften und manchmal sogar eine spezifische gesundheitsfördernde Wirkung. Wie können sie während des Verarbeitungsprozesses von Milch so weit wie möglich ihre ursprüngliche, natürliche Aktivität behalten? Eine neue Membrantechnologie, die FrieslandCampina entwickelt hat, trägt hierzu bei. 'Milk Prism' nennen wir das.

Seit jeher ist Milchverarbeitung auf die Herstellung von wichtigen Produkten in großen Mengen ausgerichtet. Ein Beispiel hierfür ist die Kombination von Magermilchpulver und Sahne/Butter oder Käse, Molke und Sahne/Butter. Für ein Kilogramm Käse werden 10 kg Milch benötigt. Die restlichen neun Kilogramm sind Molke, eine Flüssigkeit, die reich an Nährstoffen ist und beispielsweise für Baby- und medizinische Nahrung verwendet wird. Das sind Anwendungsbereiche mit zahlreichen neuen Möglichkeiten für Milch und Milchbestandteile.



Andere Ausgangsbasis
Wäre es nicht besser, bei der Milchverarbeitung eine andere Ausgangsbasis zu wählen? Indem man von den Milchbestandteilen ausgeht, die für die spezifische Anwendung tatsächlich gebraucht werden, wie z. B. Kasein für die Käseproduktion und Molkeeiweiße für Kindernahrung? Denn wenn gerade diese spezifischen Milchbestandteile die Herstellung von Käse oder von Babynahrung verbessern, sollte das Hauptaugenmerk doch eigentlich auf den individuellen Komponenten liegen, so dachten sich die Forscher von FrieslandCampina.
Seit 2005 arbeiten sie diverse technologische Optionen für eine andere Art der Trennung der Milch in ihre Bestandteile aus.

Besonders reine, hochwertige Produktströme
Letztendlich haben wir Milk Prism entwickelt, eine Technologie für die Trennung von Milch in besonders reine, qualitativ hochwertige Produktströme. Zunächst wird die Milch entrahmt. Das Milchfett wird beispielsweise in Butter und Käse verarbeitet. Es bleibt Magermilch übrig. Die Milch wird durch eine Reihe von Membranen transportiert, womit sie auf sanfte Weise in ihre diversen Komponenten aufgespalten wird. Der Prozess funktioniert ganz einfach: Komponenten, die kleiner sind als die Poren der Membran, gehen durch die Membran hindurch. Komponenten, die größer als die Poren sind, bleiben auf der anderen Seite der Membran, sodass es zu einer Trennung kommt. Da Bakterien größer sind als die Mikroteilchen, um die es uns letztendlich geht, bleiben sie im ersten Reinigungsschritte zurück und wird die Flüssigkeit immer reiner. Schrittweise erfolgt eine Aufspaltung in Kasein, Molkeeiweiße und Laktose. Indem man direkt an der Quelle die Eiweiße und andere Komponenten isoliert und dafür sanfte Trennungsverfahren anwendet, behalten diese Komponenten so weit wie möglich ihre ursprüngliche, natürliche Bioaktivität.
Die entwickelte Idee war nicht sofort reif für die Praxis. Zunächst wurde eine Testanlage in einer Fabrik errichtet, und Ende 2010 wurde im Produktionswerk in Lochem (Niederlande) eine Milk-Prism-Anlage in Betrieb genommen. Der Name 'Milk Prism' verweist auf das reiche Spektrum der Komponenten, die Milch von Natur aus enthält.

Flexibles Verfahren
Das Ergebnis des Produktionsprozesses sind unterschiedliche, wertvolle Produktströme. Diese sind für diverse Anwendungsbereiche interessant, so z. B. für Baby- und Kindernahrung, aber auch für Ingredienzen für die tägliche Ernährung. Ausgangspunkt dabei ist, dass wir Produktströme liefern, mit denen die Abnehmer unserer Ingredienzen arbeiten. Die Zusammenarbeit der Prozesstechnologen von FrieslandCampina mit denen unserer Kunden ist in dem Zusammenhang von essenzieller Bedeutung.