Angebot und Nachfrage
Die Preise für Milch können von Land zu Land und sogar nach Regionen unterschiedlich sein. Häufig hängen die Preise von nationalen oder regionalen Verhältnissen von Angebot und Nachfrage ab. Darüber hinaus beeinflussen internationale Faktoren Angebot und Nachfrage in den Regionen.
Nachfrage
Die Nachfrage nach Milch wird von der Nachfrage nach Molkereiprodukten bestimmt. Und wovon hängt diese ab?
Die Menge an Molkereiprodukten, die wir weltweit konsumieren, wird in erster Linie von der Zahl der Menschen bestimmt, die diese Produkte konsumieren, und außerdem vom Konsum pro Person. Überall hängt der Milchkonsum davon ab, wie stark die Position von Milch als Getränk gegenüber der Position anderer Getränke, wie z. B. Wasser, Erfrischungsgetränke, Kaffee und Tee ist. Aber beispielsweise auch die Position von Käse gegenüber anderen Produkten, von Produkten pflanzlichen Ursprungs (z. B. Marmelade/Konfitüre) oder von Produkten tierischen Ursprungs (Fleischwaren) spielt eine Rolle. Dabei geht es um Geschmacks- und Qualitätsunterschiede, aber auch um Preisverhältnisse.
In den westlichen Ländern ist der Zusammenhang zwischen dem Preis für Milch und dem Konsum lockerer. In Ländern, in denen sich die Wirtschaft noch entwickelt, gibt es dagegen einen viel stärkeren Zusammenhang zwischen Preis und Konsum. Das ist darauf zurückzuführen, dass die Menschen in den aufstrebenden Volkswirtschaften einen viel größeren Teil Ihres Einkommens für Nahrung verwenden.
Innovationen spielen ebenfalls eine Rolle. Aus Milch und Milchbestandteilen werden immer wieder neue Produkte hergestellt, die manchmal geradezu begeistert vom Verbraucher aufgenommen werden. Ein Beispiel hierfür ist die Verwendung von Milch als Basis für Fleischersatzprodukte.
Ferner hängt die Nachfrage nach Milch auch vom Einsatz von Milchbestandteilen als Ingredienz in anderen Nahrungsmitteln und sogar in Medikamenten ab. Häufig konkurrieren Milchbestandteile mit Ingredienzen anderer Herkunft.
Angebot
Innerhalb eines Zeitraums von einem Jahr wechselt das Angebot von Milch stark aufgrund saisonaler Einflüsse. Die Milchsaison in Westeuropa liegt im Frühjahr, wenn die Kühe auf die Weide getrieben werden und abkalben. In Australien und Neuseeland ist die Milchsaison ein halbes Jahr später.
Ein wichtiger, maßgeblicher Faktor für das Angebot von Milch ist selbstverständlich die Zahl der Kühe, die gemolken werden. Wenn die Viehhalter der Meinung sind, dass das Verhältnis zwischen Kosten und Erträgen (der Milchpreis) gut ist, sind sie geneigt, ihren Milchviehbestand zu erweitern. Es müssen dann aber natürlich ausreichende Kühe, Stallflächen und Landflächen zur Verfügung stehen. In vielen Ländern begrenzen Umweltgesetze die Zahl der Kühe, die pro Hektar gehalten werden dürfen.
Beim Angebot geht es nicht nur um die Liter (oder Kilogramm) Milch, sondern auch um den Prozentsatz der Milchbestandteile. Dazu gehören beispielsweise Fett, Eiweiß und Laktose (Milchzucker). Wenn Milch mehr Eiweiß enthält, kann eine Molkerei aus 100 Litern Milch mehr Käse machen als aus Milch mit einem niedrigeren Eiweißgehalt. In den Niederlanden enthält Milch ca. 4,4 Prozent Fett und 3,5 Prozent Eiweiß.
Wie viel Milch eine Kuh gibt und welche Fett-, Eiweiß- und Laktoseprozentsätze diese Milch enthält, hängt von der Disposition des Tieres und von der Pflege und vom Futter, das sie erhält, ab. Die Menge und die Qualität von Gras und Mais sind von den Witterungsbedingungen abhängig. Ferner kaufen Milchviehhalter Kraftfutter für ihre Kühe hinzu. Was ein Bauer hinzukauft, hängt davon ab, was er selbst bereits (auf eigenem Boden) anbaut und wie die Preise der verschiedenen Futterrohstoffe auf dem Weltmarkt sind.
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